Brauche ich 2026 überhaupt noch Blogartikel?
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In unseren Marketingberatungen zu den Webseiten unserer Kunden kommt immer wieder auch die Frage nach dem Blog. Es ist auf einer Webseite die Möglichkeit, immer wieder mal wertvollen Inhalt zu Veröffentlichen. Inhalte, die den Kunden weiterbringen bei einem Problem - und aus denen Google und die KI-Systeme gern zitieren und somit Sie als Experten ins Spiel bringen. Deshalb: Bloggen kann sich lohnen. Nur anders, als Sie vielleicht denken.
Artikel vom 27.08.2026 Autor: Andreas Paersch, Marketing-Coach und Webseiten-Bauer
"Früher" (ich bin ja nun auch schon 25 Jahre in der Webseiten-Entwicklung...) war die Herausforderung: Wer schreibt am meisten und wer hat den dicksten Blog? Das ist endlich vorbei. Jeder kann sich heute in wenigen Sekunden einen Artikel wie „10 Tipps für mehr Kunden“ erstellen lassen.
Das Problem: So ein austauschbarer Text ist weder für Ihre Kunden noch für die Suchmaschinen interessant. In Ihrer Google Search Console (Sie haben doch einen eigenen kostenfreien Account?) würde dann stehen "gecrawlt, aber nicht indiziert". Mit anderen Worten: "streng Dich bitte mal an und dann überlege ich es mir, ob ich Deinen überarbeiteten Artikel in den Suchergebnissen anzeigen lassen soll."
Was weiterhin zählt: Dinge, die nur Sie wissen
Eine KI kann Ihnen einen brauchbaren Text über Ihr Fachgebiet schreiben. Was sie nicht hat, sind
Ihre konkreten Kunden,
Ihre Projekte,
Ihre Erfahrungen und
Ihre eigene Meinung.
Genau darin liegt der Wert Ihrer Inhalte. Das ist eigentlich eine gute Nachricht für Sie: Sie haben etwas, das eine KI nicht einfach nachbauen kann – nämlich Ihre eigenen Kundenprojekte, Ihre Fehler und Ihre Erfahrung.
Worüber Sie schreiben sollten (und worüber nicht)
Vergessen Sie „10 Tipps für …“. Schreiben Sie stattdessen über:
Fragen, die Ihnen Kunden diese Woche gestellt haben
einen typischen Fehler, den Sie immer wieder sehen
ein konkretes Projekt und was dabei gut oder schlecht lief
Ihre eigene Meinung zu etwas, worüber in Ihrer Branche gestritten wird
Ein Artikel, den nur Sie so schreiben können, ist wesentlich wertvoller als ein generischer Ratgebertext, den sich jeder mit KI erstellen lassen kann.
„Welche Fragen meiner Kunden kann ich besser beantworten als ein beliebiger Text im Internet?“
Auch Google und die KI-Suche wollen gute Antworten
Auch wenn sich gerade viel verändert – Menschen fragen zunehmend direkt ChatGPT, Google AI Overviews oder andere KI-Systeme, statt sich durch zehn Suchergebnisse zu klicken.
Das bedeutet aber nicht, dass Ihre Website plötzlich unwichtig wird. Google nutzt weiterhin Inhalte aus dem Web für seine Suchergebnisse und KI-Funktionen. Auch KI-Systeme greifen auf Quellen aus dem Internet zurück.
Ein Blogartikel allein garantiert Ihnen leider nicht die Erwähnung in einer KI-Antwort.
Schreiben Sie für den Menschen, der eine konkrete Frage hat. Praktisch heißt das für Ihre Artikel: eine klare Struktur, eine echte Antwort auf eine echte Frage, kein Herumreden – und wenn möglich ein Beispiel aus Ihrer eigenen Praxis. Das war schon immer sinnvoll. 2026 ist es nur noch wichtiger, weil austauschbarer Text immer leichter produziert werden kann. Deshalb:
Fallen Ihnen spontan fünf Fragen ein, die Ihnen Kunden schon öfter gestellt haben?
Dann haben Sie wahrscheinlich genug Stoff für einen Blog. Denn ein Blog, der nur aus Firmennews besteht, die außer Ihnen niemanden interessieren, würde wenig bringen. Und ein Blog, der nur produziert wird, um möglichst viele Seiten zu haben, ist reine Zeitverschwendung.
Prüfen Sie ebenso, ob ein Blog zu Ihrem Unternehmenstyp passt. So brauchen Sie einen Blog wahrscheinlich nicht, wenn Ihre Kunden fast ausschließlich über Empfehlungen kommen und online kaum nach Ihren Leistungen suchen.
Ich schaffe es nicht, jede Woche einen Artikel zu schreiben
„... also lasse ich es lieber ganz.“ Das ist der falsche Schluss. Ein wirklich guter Artikel im Monat, in den Sie echte Erfahrung einbauen, ist für mich deutlich sinnvoller als vier hingeklatschte Texte, die eh niemand liest. Lieber selten und gut als regelmäßig und beliebig.
Und vielleicht müssen es bei Ihnen auch gar nicht zwölf Artikel im Jahr sein.
Wenn Sie zehn wichtige Fragen Ihrer Kunden haben, die Sie ausführlich beantworten können, haben Sie bereits einen ziemlich guten Anfang.
Ein Beispiel: der Blog der Paersch Services Kft

Unseren Blog erreichen Sie unter https://www.paersch-services.com/blog
Wir haben vier Kategorien eingerichtet:
Computer-Hilfe
Online-Marketing
Wunderbares Ungarn
Ungarn für Selbstständige
Ein guter Blogartikel muss nicht nur ein Blogartikel bleiben
Aus einem Beitrag können mit wenig Aufwand noch werden:
ein LinkedIn- oder Facebook-Post
ein Absatz für Ihren Newsletter
eine Antwort, die Sie künftig einfach als Link verschicken, statt sie am Telefon jedes Mal neu zu erklären
ein Baustein für Ihre Angebots- oder Verkaufsseite
Sie schreiben also nicht für die Schublade, sondern bauen sich nach und nach etwas auf, das Ihnen gehört. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Social Media:
Ein Post verschwindet irgendwann im Feed. Ein guter Artikel kann auch Monate oder Jahre später noch eine Frage beantworten.
Was Sie diese Woche konkret tun können
Kein großes Projekt, nur ein erster Schritt:
Schreiben Sie die drei Fragen auf, die Ihnen Kunden diese Woche gestellt haben.
Wählen Sie die Frage aus, die am häufigsten kommt oder bei der Sie am meisten erklären mussten.
Beantworten Sie sie so ausführlich, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden – mit einem echten Beispiel aus Ihrer Praxis.
Das ist Ihr erster Artikel. Kein Redaktionsplan, keine Deadline – einfach eine gute Antwort auf eine echte Frage. Und wenn Sie danach feststellen, dass Ihnen das Schreiben überhaupt nicht liegt: Auch gut. Dann wissen Sie zumindest, dass Sie keinen Blog um des Blogs willen brauchen.
Was ich Ihnen mitgeben will:
Ihre Webseite hat in der Regel mehr statischen Charakter, sofern Sie keinen Webshop betreiben. Sie führen gelegentlich Änderungen oder Aktualisierung durch, aber ansonsten "bleibt alles wie es ist". Doch dann ist da noch Google auf der ständigen Suche nach aktuellen hochwertigen Inhalten und soll eigentlich auf von Ihnen etwas Aktuelles mitnehmen...

Mit einem Blog können Sie den Suchmaschinen das Signal geben, dass ein "Boxenstopp" bei Ihnen gerechtfertigt ist. Mit echten Fragen, echten Beispielen und einer klaren eigenen Meinung – mit Dingen also, die aus Ihrer persönlichen Erfahrung entstehen. Und das erfreut dann auch die KI-Systeme!
Wenn Sie unsicher sind, ob und worüber Sie bloggen sollten, lassen Sie uns kurz gemeinsam draufschauen. In einer Marketing-Sprechstunde gehen wir konkret durch, welche Fragen Ihre Kunden Ihnen wirklich stellen – und ob sich daraus ein Blog lohnt, der Ihnen tatsächlich etwas bringt.
Andreas Paersch



