Der 10-Minuten-Tresor: Externe Festplatten sichern – ohne IT-Studium.
- info480541
- 15. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Zug oder in Ihrem Lieblingscafé. Sie packen zusammen, gehen zum nächsten Termin – und merken erst abends: Die kleine externe Festplatte fehlt.
Für Selbstständige ist das der Moment, in dem das Herz kurz stehen bleibt. Nicht wegen der 80 Euro für die neue Festplatte. Sondern wegen der Kundendaten, Steuerunterlagen und Entwürfe, die darauf waren. Die gute Nachricht: Wenn Sie vorher zwei kleine Dinge beachten, ist der Verlust der Hardware zwar ärgerlich, aber keine Katastrophe für Ihr Business.
Überarbeitung des Artikels: 15.12.2025 Erste Fassung des Artikels: 11.02.2021
Der digitale Schutzschild (Verschlüsselung einfach erklärt)
Viele meiner Kunden denken, „Verschlüsselung“ sei etwas für Geheimagenten oder IT-Profis. Dabei haben Windows (mit BitLocker) und Apple (mit FileVault) diese Funktion oft schon eingebaut.
Stellen Sie es sich so vor: Ohne Verschlüsselung ist Ihre Festplatte wie ein offenes Buch. Jeder, der sie findet, kann darin lesen. Mit Verschlüsselung packen wir das Buch in einen Stahltresor. Wer den Code nicht hat, sieht nur Buchstabensalat.
Der Vorteil: Wenn die Platte weg ist, sind Ihre Daten für den Finder wertlos. Kein DSGVO-Albtraum, keine peinlichen Erklärungen bei Kunden.
„Klingt gut, aber ich traue mich nicht an die Einstellungen?“ Keine Sorge. Das richten wir in meiner Online-Sprechstunde oft in wenigen Minuten gemeinsam ein. Sie teilen Ihren Bildschirm, ich leite Sie sicher durch den Prozess.
Festplatte mit Passwort schützen
Es gibt es Softwarelösungen wie bspw. (das kostenfreie) Veracrypt. Dieses wird installiert, bevor man das erste Mal Daten auf der externen Festplatte speichert.
Wird dann die Festplatte benötigt, so startet man Veracrypt und meldet mit einem Passwort die Festplatte an. Erst nach der erfolgreicher Anmeldung wird die Festplatte auch im Explorer (am Beispiel von Windows) sichtbar und ist damit einsatzbereit. Wird die Festplatte nicht mehr benötigt, wechselt man in das noch offene Anwenderfenster von Windows, meldet die Festplatte dort ab und beendet Veracrypt. Ein kurzer Kontrollblick in den Explorer: die Festplatte zeigt keine Daten mehr an - die Verschlüsselungs-Software macht den Inhalt "unsichtbar".
Tipp: Für die Installation können Sie sich an der Anleitung von Heise.de aus den Linkempfehlungen am Ende des Artikels orientieren.
Kann man mit Veracrypt auch Verzeichnisse auf dem Computer verschlüsseln?
Ja, auch das geht wunderbar. So können auch ein paar Daten auf dem Computer bzw. Laptop verbleiben und sind nochmal zusätzlich geschützt.
Gibt es da keine Lösung von Windows?
Doch, man kann auch mit Windows-Bordmitteln eine Partitionsverschlüsselung durchführen. Das Problem: ihre so gesicherten Daten werden ins digitale Nirvana mitgenommen, wenn man Windows neu installiert und vergessen hat, den Hash-Key zu sichern. Das ist ein großer Vorteil von Veracrypt, für das man man nur ein gutes Passwort benötigt. (Danke an Jörg Reece für diese Ergänzung)
Der physische Schutz (Robuste Hardware & Label)
Neben der Software zählt auch das Gehäuse. Wer viel unterwegs ist, sollte auf „Rugged“-Festplatten setzen (die mit dem Gummirand). Aber mein wichtigster Low-Tech-Tipp, den ich jedem Kleinunternehmer gebe:
Kleben Sie Ihre Kontaktdaten drauf! Eine verschlüsselte Festplatte ist für den Finder nutzlos. Wenn aber Ihre Handynummer und „Bitte anrufen – Finderlohn!“ auf der Rückseite klebt, ist die Chance riesig, dass Sie Ihr digitales Leben zurückbekommen. Ehrlichkeit siegt oft, wenn man es ihr leicht macht.
Linkempfehlungen:
Datensicherheit muss nicht kompliziert sein.
Es geht um das gute Gefühl, dass Ihre Arbeit sicher ist, egal was passiert.
Möchten Sie Ihre Datensicherung und externe Festplatten einmal professionell, aber verständlich prüfen lassen? Buchen Sie sich einfach einen Termin in meiner Computer-Sprechstunde. Wir schauen uns Ihre Situation an – unaufgeregt, ohne Fachchinesisch und mit dem Ziel, dass Sie Technik wieder als Helfer empfinden, nicht als Last.

Autor:
Andreas Paersch, Inhaber der Paersch Services Kft. In vielen Jahren der Selbstständigkeit als Marketingcoach und Webseiten-Gestalter das Anwenderwissen rund um das Thema Computer angeeignet. In 2020 mit seiner Frau Emily von Bad Kreuznach an der Nahe in die Nähe von Fonyód am Balaton gezogen. Er unterstützt u.a. deutschsprachige Auswanderer in Ungarn in der Computerhilfe.



