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Passwörter – schützen Sie besser Ihre persönlichen Daten



Passwörter gehören heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Ob E-Mail, Online-Banking, Kundenkonto oder soziale Netzwerke – überall wird ein Zugangscode verlangt, der unsere persönlichen Daten schützen soll. Genau hier liegt allerdings auch eine der größten Schwachstellen im digitalen Alltag.


Viele Passwörter werden noch immer nach dem Prinzip vergeben: leicht zu merken, schnell einzugeben und möglichst unkompliziert. Was früher oft ausreichte, ist heute jedoch ein echtes Sicherheitsrisiko.


Überarbeitung des Artikels: 10.01.2026

Erstfassung des Artikels: 20.08.2024

Die Erstfassung des Artikels war ein Beitrag in der Rubrik „Computerhilfe“ für die deutschsprachige Zeitung „Balaton“ in Ungarn. Im Januar 2026 haben die Autoren Jörg Reece und Andreas Paersch, beides selbstständige Computerhelfer in Ungarn, diesen Artikel erweitert und überarbeitet.



Das Internet hat sich verändert. Während früher einzelne Webseiten und Dienste genutzt wurden, verwalten wir heute einen Großteil unseres Lebens online. Termine, Kontakte, Verträge, private Nachrichten und nicht zuletzt finanzielle Angelegenheiten sind digital gespeichert und über Passwörter erreichbar.


Ein Passwort ist damit längst nicht mehr nur eine Zugangshürde, sondern der zentrale Schutzmechanismus für sehr persönliche Informationen. Gerät es in falsche Hände, sind die Folgen oft größer, als man zunächst vermutet.



Wie Angreifer Passwörter knacken – ganz ohne persönliches Interesse


Viele stellen sich beim Thema Passwortdiebstahl gezielte Angriffe vor. In der Realität laufen solche Vorgänge meist automatisiert ab. Programme probieren systematisch Millionen bekannter Kombinationen aus – Tag und Nacht, ohne Pause.


Einfache Passwörter, gängige Zahlenfolgen oder Kombinationen aus Namen und Geburtsdaten werden dabei besonders schnell erkannt. Was für Menschen logisch und einprägsam ist, stellt für Computer kaum ein Hindernis dar.


Je kürzer und vorhersehbarer ein Passwort ist, desto schneller ist es überwunden.

 


Was ein gutes Passwort heute ausmacht


Ein sicheres Passwort muss nicht kompliziert, wohl aber ausreichend lang sein. Länge ist inzwischen einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um Sicherheit geht. Empfohlen werden mindestens zwölf, besser noch sechzehn Zeichen.


Zusätzlich sollte ein Passwort aus einer Mischung von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Entscheidend ist außerdem, dass jedes wichtige Konto ein eigenes Passwort erhält. Wird ein Passwort mehrfach verwendet, reicht ein einziger Vorfall aus, um mehrere Zugänge gleichzeitig zu gefährden.

 


Passwörter merken – ohne sie aufzuschreiben


Eine bewährte Methode ist die Verwendung sogenannter Satz-Passwörter. Statt eines einzelnen Wortes wird ein ganzer Satz als Grundlage genommen, der sich gut merken lässt, für Außenstehende aber keinen Sinn ergibt.


Solche Passwörter sind lang, individuell und deutlich schwerer zu erraten als klassische Kombinationen. Gleichzeitig bleiben sie alltagstauglich und müssen nicht auf Zetteln oder in ungeschützten Dateien gespeichert werden.

 


Passwort-Manager als praktische Unterstützung


Da im Laufe der Zeit viele verschiedene Zugänge zusammenkommen, stoßen selbst gut gewählte Passwörter irgendwann an ihre Grenzen. Hier bieten Passwort-Manager eine sinnvolle Lösung.


Programme wie KeePassX speichern Zugangsdaten verschlüsselt und sicher ab. Der Nutzer muss sich nur noch ein einziges Hauptpasswort merken. Alle weiteren Passwörter werden automatisch verwaltet und können bei Bedarf auch neu und besonders sicher erstellt werden.


Gerade bei vielen Online-Konten sorgt ein Passwort-Manager für Übersicht und deutlich mehr Sicherheit.

 


Zusätzlicher Schutz durch Zwei-Faktor-Authentifizierung


Immer mehr Dienste setzen inzwischen auf eine zusätzliche Sicherheitsstufe: die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Neben dem Passwort wird ein weiterer Nachweis verlangt, etwa ein einmaliger Code auf dem Smartphone.


Dieser zusätzliche Schritt mag zunächst ungewohnt sein, erhöht die Sicherheit jedoch erheblich. Selbst wenn ein Passwort bekannt wird, bleibt der Zugang ohne den zweiten Faktor geschützt.


 

Typische Fehler im Umgang mit Passwörtern


Viele Sicherheitsprobleme entstehen aus Gewohnheit. Passwörter werden mehrfach verwendet, weitergegeben oder an unsicheren Stellen gespeichert. Diese Vorgehensweisen waren früher verbreitet, sind heute jedoch problematisch. Schon kleine Veränderungen im Umgang mit Passwörtern können viel bewirken und das Risiko deutlich reduzieren.

 

Fazit: Mehr Sicherheit mit überschaubarem Aufwand


Passwort-Sicherheit muss weder kompliziert noch technisch sein. Wer auf ausreichend lange Passwörter achtet, für wichtige Dienste unterschiedliche Zugangsdaten nutzt und unterstützende Werkzeuge einsetzt, ist bereits deutlich besser geschützt als der Durchschnitt.


Ein paar bewusste Entscheidungen reichen aus, um persönliche Daten wirksam zu schützen und die Kontrolle über das eigene digitale Leben zu behalten.

 

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Umgang mit der Welt von Computern & Co – und behalten Sie dabei Ihre Vorsicht und Wachsamkeit. 

 


Autoren: Andreas Paersch und Jörg Reece (=> Profil)

 
 
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