top of page

Ist Wifi-Sensing wirklich schon ein Aufreger?

In vielen Haushalten sind sie inzwischen anzutreffen: Türklingel, Staubsauger-Roboter, Fitness-Tracker, Küchen-Maschinen, Lichtschalter, Drucker, Tabletts, u.v.m..). Ihnen gemeinsam ist die Nutzung eines WLAN-Netzes über den Router des Internet-Providers. Grundsätzlich ja praktisch, wäre da nicht, theoretisch, die Möglichkeit, Veränderungen der WLAN-Signale der genannten Geräte auszuwerten, die durch Bewegungen im Raum entstanden sind. Willkommen bei Wifi-Sensing.


Mit WIFI-Signalen Bewegungen im Raum auswerten

Die Autoren Jörg Reece und Andreas Paersch haben beide ihre eigenen Unternehmen in Ungarn und arbeiten in Projekten zusammen. Gemeinsam schreiben sie regelmäßig Gastartikel für die Balatonzeitung.


Artikel aktualisiert am 6.12.2025

Erstfassung am 18.07.2025


Was hat Wifi mit WLAN zu tun?


Wifi und WLAN werden im allgemeinen Sprachgebrauch zwar gern als Synonym verwendet, doch es ist nicht das selbe.  WiFi ist der Begriff für drahtlose Kommunikation mit Funkwellen und einem festgelegten Standard. WLAN hingegen gibt nur an, dass die Datenübertragung im Netzwerk „drahtlos“  (wireless) erfolgt. Das kann auch optisch mit Hilfe eines Lasers erfolgen.


Was kann Wifi erfassen, was bedeutet Wifi-Sensing?


Einfach gesprochen senden alle meine eingesetzten Geräte WLAN-Signale in Form von CSI-Daten aus (CSI = Channel State Information). Diese CSI-Daten enthalten unter anderem Informationen zu Signalqualität und Leistungsverlust. Für uns als Anwender sind diese Daten von Vorteil, weil sie die Leistung und Stabilität unseres WLANs optimieren.


Es gibt ja auch Menschen und Tiere, die sich im Raum bewegen. Da Körper oder Gegenstände Funkwellen streuen und beeinflussen, könnte durch gezielte Auswertung dieser CSI-Daten mit Hilfe einer KI ein ungefähres Bild der Umgebung und eine Bewegung im Raum abgeschätzt werden. Also könnte ich mit Hilfe meines WLANs erkennen, dass bspw. Hund Charlie es sich mal wieder im Wohnzimmer auf dem Sofa bequem macht. Und dies alles ohne Überwachungskameras!


Begeisterung macht sich bei Vielen breit, denn Einsätze wie


  • Einbruchserkennung,

  • persönliche Sicherheit,

  • Luftqualitätsmonitoring bis hin zu

  • Gebäude-Management-Lösungen


wären da möglich. Auch Altenbetreuung wäre denkbar, da eine KI auch anhand der Bewegungsmuster untypische Bewegungen erkennen kann. So soll zum Beispiel zuverlässig erkannt werden, ob eine Person gestürzt ist.  Der Werbefilm der deutschen Telekom bewirbt es mit „Schutz durch KI im Router“ (den Film können Sie ansehen auf >> Youtube).


Wir haben dagegen kräftige Bedenken, denn es werden Bewegungsdaten aus den eigenen Vierwänden übertragen. Schlimmer noch. Da Funkwellen auch durch Wände gehen, ist es möglich, dass Nachbars WLAN-Informationen über mich liefert, welche ich selbst gar nicht geben möchte. Wir als Betroffene werden also dazu gar nicht befragt (wie bei Webseiten mit den Cookies) und sind ahnungslos, da wir die Überwachung ohne entsprechende technische Ausstattung und Know-How nicht erkennen können!


Doch bitte jetzt nicht in Schnapp-Atmung verfallen. Ist es heute bzw. generell nur ein Aufreger oder müssen wir wirklich damit rechnen? Ist Wifi-Sensing aktuell wirklich schon so weit und was benötigt es, um klare Bilder in der Auswertung der Bewegungsdaten zu erzeugen. Bleiben Sie neugierig und lesen Sie den Folgeartikel von Jörg Reece in seinem Blog: >> WiFi-Sensing – Überwachung durch WLAN


Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude im Umgang mit Computer & Co!

Autoren: Andreas Paersch und Jörg Reece (>> Autorenportrait)





Wie weit ist WiFi-Sensing inzwischen?


Nachtrag zum Artikel am 6.12.2025 / Andreas Paersch


Manche Berichte klingen so, als könnten unsere Router schon morgen beginnen, unseren Alltag in 4K-Auflösung mitzulesen. Die Realität scheint aber – wie so oft – deutlich unspektakulärer zu sein.


Sicher gibt es Geräte und Hersteller, die experimentieren. Und ja, einige Funktionen laufen bereits. Doch viele der beeindruckenden Beispiele, die wir in Artikeln oder Studien sehen, funktionieren nur, wenn der Raum perfekt ausgeleuchtet ist, keine Störquellen dazwischenfunken und der Forscher gefühlt den Router in die richtige Mondphase gedreht hat. Im normalen Alltag mit Wänden, Möbeln, Haustieren und einem ganz normalen Durcheinander sieht das Ergebnis schnell sehr viel weniger magisch aus. Also, nicht in Panik verfallen und sich auch nicht verrückt machen lassen. Es ist eine spannende Entwicklung, die man im Blick behalten sollte.


Quellen:

 
 
bottom of page