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Warum braucht meine Webseite ein Markup?

  • vor 3 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Markup hilft dabei, Informationen auf einer Webseite für Maschinen eindeutiger zu beschreiben. Strukturierte Daten können Suchmaschinen dabei unterstützen, Inhalte und Zusammenhänge besser zu verstehen und unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Informationen in den Suchergebnissen darzustellen. Sie sind aber weder Voraussetzung für eine gute Webseite noch ein garantierter Ranking- oder KI-Sichtbarkeitsfaktor. Entscheidend ist zunächst, dass die wichtigen Informationen über Ihr Unternehmen klar und vollständig auf der Webseite stehen.


Artikel vom 9. August 2026

Autor: Andreas Paersch, Marketing-Coach und Webseiten-Entwickler


Es gibt diese Momente im Unternehmeralltag, in denen man sich eigentlich nur schnell um die eigene Webseite kümmern wollte – und plötzlich über einen Begriff stolpert, mit dem man am liebsten gar nichts zu tun haben möchte. Markup. Was soll das jetzt wieder sein? Lassen Sie den Begriff und seine Bedeutung für Ihre Arbeit an der eigenen Webseite ein wenig "aufdröseln".


Markup - da kann sich meine Webagentur kümmern“, denken Sie sich jetzt vielleicht. Und ja, das wäre eine Möglichkeit. Und wir als Paersch Services Kft könnten dies auch für Sie umsetzen. Aber es wäre ebenso wichtig, wenigstens zu verstehen, worum es bei diesem Begriff eigentlich geht. Denn Markup ist einer von vielen technischen Bausteinen, mit denen sich Informationen auf einer Webseite für Suchmaschinen und andere technische Systeme eindeutiger beschreiben lassen. Und dahinter steckt letztlich eine ganz einfache Frage:


Versteht nicht nur der Mensch, sondern auch ein Computer, was auf meiner Webseite steht?

Doch wie lesen Google und KI eine Webseite?


Ein Beispiel aus der eigenen Praxis:

Auf der Webseite unseres Unternehmens Paersch Services Kft. stehen auch als Kontaktmöglichkeit unsere Mobilfunknummern

  • +49-151 708 62 770 sowie

  • +36-30 26 86 538.

Für uns Menschen ist sofort klar, dass es sich um Telefonnummern handelt und nicht etwa um eine Straßenangabe. Wir erkennen diesen Zusammenhang automatisch, ohne darüber nachzudenken.


Ein Computer muss sich diesen Zusammenhang erst erschließen. Zugegeben, moderne Suchmaschinen sind darin inzwischen erstaunlich gut. Google analysiert Texte, erkennt Muster, stellt Zusammenhänge her. Auch andere Systeme können Informationen aus Webseiten lesen und miteinander in Beziehung setzen. Trotzdem kann eine Webseite zusätzliche Hinweise liefern – und genau hier kommt Markup ins Spiel.


Man kann sich Markup wie kleine Etiketten vorstellen, die im Hintergrund einer Webseite angebracht werden. Bei unserer Telefonnummer würde ein solches Etikett schlicht sagen: Das ist eine Telefonnummer. Für den Besucher der Webseite ändert sich dadurch nichts sichtbar – die Seite sieht aus wie vorher. Für Maschinen wird die Information dahinter aber eindeutiger.


Das klingt technisch. Doch keine Sorge: als Inhaberin oder Inhaber eines kleinen Unternehmens müssen Sie deshalb nicht lernen, wie man Markup programmiert. Viel wichtiger ist zu verstehen, warum solche zusätzlichen Informationen überhaupt interessant sein können.


Ist Markup dasselbe wie strukturierte Daten?


Eine Frage, die in unseren Beratungsgesprächen rund um Online-Sichtbarkeit immer wieder gestellt wird. Nein, Markup und strukturierte Daten sind nicht dasselbe. Auch nicht, wenn die Begriffe manchmal synonym verwendet werden.


Markup ist der weitaus allgemeinere Begriff. HTML zum Beispiel, die Grundlage der meisten Webseiten, steht für „HyperText Markup Language“ und ist selbst eine Markup-Sprache. Markup bezeichnet also erst einmal ganz allgemein Auszeichnungen und zusätzliche Angaben innerhalb einer solchen Sprache – das hat zunächst noch nichts mit Suchmaschinen oder künstlicher Intelligenz zu tun.


Wenn im Zusammenhang mit der Auffindbarkeit einer Webseite von Markup gesprochen wird, sind meistens strukturierte Daten gemeint. Strukturierte Daten helfen dabei, bestimmte Inhalte einer Webseite eindeutig zu kennzeichnen. Sie geben einer Maschine einen zusätzlichen Hinweis darauf, welche Bedeutung eine Information hat.


Zurück zu unserer Telefonnummer: Für uns ist offensichtlich, dass +49-151 708 62 770 eine Telefonnummer ist. Mit strukturierten Daten lässt sich diese Information auch im Hintergrund der Webseite entsprechend auszeichnen. Das bedeutet aber nicht, dass Google vorher keine Ahnung hatte, worum es sich handelt – Google erkennt Telefonnummern durchaus auch ohne diese zusätzliche Auszeichnung. Strukturierte Daten liefern lediglich eine zusätzliche, formal definierte Informationsebene obendrauf.

Und genau deshalb sollte man aus strukturierten Daten keinen geheimen Trick für bessere Platzierungen machen. Google selbst weist darauf hin, dass korrekt implementierte strukturierte Daten keine Garantie dafür sind, dass ein erweitertes Suchergebnis angezeigt wird.

Strukturierte Daten können helfen, Inhalte besser einzuordnen und unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Informationen in den Suchergebnissen darzustellen – mehr aber auch nicht.

Diese Unterscheidung erscheint mir wichtig. Denn sobald es um Sichtbarkeit in KI-Systemen geht, entsteht schnell der Eindruck, man müsse nur das richtige technische Markup einbauen, und schon werde man von ChatGPT, Google oder anderen Systemen bevorzugt behandelt. So einfach ist es leider nicht.


Eine gemeinsame Sprache: Schema.org


Für die Beschreibung solcher Informationen gibt es unter anderem das Vokabular von Schema.org. (Disclaimer: nein, ich will nicht einen Programmierer aus Ihnen machen. Es gilt nur zur Information für ein besseres Verständnis). Dort sind viele Dinge definiert, die auf einer Webseite vorkommen können: Unternehmen, Personen, Orte, Produkte, Veranstaltungen, Artikel und vieles mehr. Man kann sich Schema.org vereinfacht als eine Art gemeinsame Sprache vorstellen, mit der Webseiten Informationen genauer beschreiben können.

Aus „Paersch Services Kft.“ wird so beispielsweise ein Unternehmen. Aus einer Zahlenfolge wird eine Telefonnummer. Aus einer Adresse wird ein Standort. Aus einem Artikel wird – wenig überraschend – ein Artikel.


Das klingt wieder technisch, und deshalb an dieser Stelle eine Entwarnung: Sie müssen als Unternehmerin oder Unternehmer weder Schema.org noch die technische Umsetzung von Markup verstehen. Sie sollten aber ein Gefühl dafür haben, welche Aufgabe dahintersteckt.


Wenn Google die Webseite doch sowieso lesen kann – warum dann noch erklären?


Google ist inzwischen sehr gut darin, Webseiten zu analysieren, und auch KI-Systeme können Inhalte lesen, Zusammenhänge herstellen und Informationen aus unterschiedlichen Quellen verbinden.

Strukturierte Daten sind keine Voraussetzung dafür, dass eine Webseite überhaupt gefunden wird. Sie sind eher eine zusätzliche Ebene, die Google zusätzliche Hinweise liefert, wie bestimmte Informationen einzuordnen sind.

Genau hier entsteht aber ein Missverständnis, das mir in Gesprächen immer wieder begegnet: Eine Webseite wird nicht automatisch besser, nur weil ihr technisch korrektes Markup hinzugefügt wurde. Wenn auf einer Webseite nicht klar beschrieben ist, was ein Unternehmen anbietet, wem es hilft, wo es tätig ist und was es von anderen unterscheidet, dann hilft auch das schönste Markup nur wenig. Eine Maschine kann kaum eindeutig beschreiben, was ein Unternehmen ist, wenn die Webseite selbst diese Informationen nicht eindeutig vermittelt.


Warum versteht Google meine schöne Webseite nicht?


Eine Webseite kann hervorragend aussehen und trotzdem wenig eindeutig sein. Man verlässt sie vielleicht mit einem guten optischen Eindruck – und weiß trotzdem nicht genau, was das Unternehmen dahinter eigentlich anbietet.

Das Problem liegt dann selten im Design. Es liegt an fehlenden Informationen oder daran, dass wichtige Inhalte nicht dort stehen, wo Besucherinnen und Besucher sie erwarten. Als Inhaberin oder Inhaber des Unternehmens fällt das oft gar nicht auf – schließlich kennt man das eigene Unternehmen sehr genau, weiß, was man anbietet, für wen man arbeitet und was Kunden an der eigenen Leistung schätzen.


Aber versteht das auch jemand, der das Unternehmen noch nicht kennt? Findet er die entscheidenden Informationen dort, wo er sie erwartet? Und, noch grundsätzlicher: Versteht überhaupt ein KI-System, wer dieses Unternehmen ist?


Das ist ein größerer Zusammenhang als reine Technik. Dazu gehören

  • die Unternehmensinformationen,

  • die Leistungen,

  • die Zielgruppe,

  • der Standort,

  • die Inhalte,

  • die Struktur der Webseite und

  • Vertrauenssignale

  • technische Informationen wie strukturierte Daten. Markup ist ein Baustein davon. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.



Was kann ein Markup nicht?


Markup macht aus einer unklaren Webseite keine gute Webseite. Es macht aus einem unbekannten Unternehmen keine vertrauenswürdige Marke. Es ersetzt keine verständlichen Texte, sorgt nicht automatisch für bessere Rankings und garantiert auch nicht, dass ein Unternehmen in der Antwort eines KI-Systems genannt wird.

Markup kann Informationen eindeutiger beschreiben – mehr sollte man daraus nicht machen.

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Daten unwichtig sind. Sie können ein sinnvoller technischer Baustein sein, insbesondere dort, wo sich Informationen eindeutig beschreiben lassen. Aber sie bleiben eben nur ein Teil des Gesamtbildes.


Bitte jetzt nicht im Quellcode nach Markup suchen


Das ist tatsächlich ernst gemeint: Wer die eigene Webseite selbst pflegt, sollte jetzt nicht anfangen, im Quellcode nach Begriffen wie „schema.org“, „JSON-LD“ oder „structured data“ zu suchen. Auch technische Dokumentationen muss man sich deshalb nicht vornehmen.


Stattdessen lohnt sich eine viel einfachere Übung: einmal mit den Augen eines fremden Menschen durch die eigene Webseite gehen. Jemandem, der das Unternehmen noch nicht kennt. Ist sofort klar, was angeboten wird? Sind die wichtigsten Leistungen verständlich beschrieben? Ist erkennbar, für wen diese Leistungen gedacht sind? Ist der Standort eindeutig? Sind die Kontaktdaten vollständig und verständlich? Erkennt man, wer hinter dem Unternehmen steht? Und stehen diese Informationen dort, wo man sie erwarten würde?


Fallen bei diesen Fragen bereits Lücken auf, lohnt es sich, sich zunächst darum zu kümmern. Eine technisch perfekt ausgezeichnete Webseite mit unklaren Inhalten ist schließlich nicht das Ziel.


Fazit

Markup und strukturierte Daten können dabei helfen, Informationen auf einer Webseite für Maschinen eindeutiger zu beschreiben. Sie sind aber kein Ersatz für gute Inhalte, klare Unternehmensinformationen oder Vertrauen.

Wer die eigene Online-Sichtbarkeit verbessern möchte, sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen: „Welches Markup brauche ich?“ Sondern mit einer viel einfacheren:

„Ist auf meiner Webseite eindeutig zu verstehen, wer ich bin, was ich anbiete, für wen ich arbeite und warum Kunden mir vertrauen können?“

Stimmt diese Grundlage, kann die Technik sie sinnvoll ergänzen. Markup ist deshalb kein Zaubertrick für bessere Rankings oder mehr Sichtbarkeit in KI-Systemen, sondern ein Baustein – die verständliche und glaubwürdige Darstellung des Unternehmens bleibt die eigentliche Grundlage.



Andreas Paersch
Andreas Paersch

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