Google beantwortet immer seltener die Fragen Ihrer Kunden?

Ich hab neulich mit einem Kunden beim Kaffee gesessen. Guter Typ, solides Unternehmen, ordentliche Webseite. Und er fragt mich: „Andreas, warum werden es eigentlich weniger Anfragen – obwohl ich bei Google gut gefunden werde?"
Aktualisiert am 27.10.2026
Artikel vom 26.05.2026
Autor: Andreas Paersch,
Marketing-Coach und Webseiten-Bauer
Ich hab kurz überlegt. Dann hab ich mein Handy rausgenommen und ChatGPT geöffnet. Hab einfach gefragt: „Welche Malerbetriebe in [seiner Stadt] sind empfehlenswert?"
Und dann haben wir gemeinsam auf den Bildschirm geschaut.
Sein Unternehmen? Nicht dabei.
Nicht weil er schlecht ist. Nicht weil seine Webseite schlecht ist. Sondern weil sich gerade ganz leise etwas verändert – an einer Stelle, die die meisten noch gar nicht auf dem Schirm haben.
Immer mehr Menschen fragen heute nicht mehr bei Google nach. Sie tippen ihre Frage einfach in ChatGPT oder Perplexity – und bekommen sofort eine fertige Antwort. Mit Empfehlungen. Mit Namen. Manchmal mit Webseite. Und wer in dieser Antwort nicht vorkommt, existiert für diesen Menschen in diesem Moment schlicht nicht.
Das klingt erstmal nach einem technischen Problem. Ist es aber nicht. Es ist ein Sichtbarkeitsproblem. Und das Gute ist: Es lässt sich lösen – wenn man weiß, worauf es ankommt.
3 einfache Tests: Was weiß ChatGPT eigentlich über Ihr Unternehmen?
Vielleicht fragen Sie sich jetzt: „Und wie finde ich heraus, ob mein Unternehmen bei ChatGPT überhaupt eine Rolle spielt?“ Das können Sie ganz einfach selbst ausprobieren. Sie brauchen dafür keine besondere Software, keine technischen Kenntnisse und auch keinen teuren Analysezugang. Nur ein paar Minuten Zeit und etwas Neugier.
Ich zeige Ihnen drei Tests, die Sie gleich ausprobieren können. Und ich verspreche Ihnen: Die Antworten können durchaus überraschend sein.
Test 1: Würde ChatGPT Ihr Unternehmen empfehlen?
Stellen Sie sich vor, Sie wären ein potenzieller Kunde Ihres eigenen Unternehmens.
Sie suchen eine bestimmte Leistung, kennen aber noch keinen Anbieter. Was würden Sie ChatGPT fragen? Wenn Sie beispielsweise einen Malerbetrieb in Hamburg führen, könnte Ihre Frage lauten:
„Ich suche einen zuverlässigen Malerbetrieb in Hamburg, der sich mit der Renovierung von Altbauwohnungen auskennt. Welche Unternehmen können Sie mir empfehlen?“
Natürlich ersetzen Sie den Malerbetrieb durch Ihre eigene Branche und Hamburg durch Ihre Region. Schauen Sie sich die Antwort in Ruhe an. Taucht Ihr Unternehmen auf? Werden stattdessen Ihre Mitbewerber genannt? Und was schreibt ChatGPT über diese Unternehmen?
Besonders interessant ist, welche Gründe für die Empfehlungen genannt werden.
Vielleicht werden bestimmte Leistungen hervorgehoben. Vielleicht die Erfahrung mit besonderen Kundenwünschen. Oder die Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet.
Das gibt Ihnen einen ersten Eindruck davon, welche Informationen ChatGPT bei dieser Anfrage heranzieht.
Wichtig: Eine einzelne Antwort ist noch kein Beweis dafür, wie sichtbar Ihr Unternehmen insgesamt ist. KI-Antworten können sich je nach Formulierung, Zeitpunkt und Nutzer unterscheiden.
Test 2: Was erzählt ChatGPT über Ihr Unternehmen?
Jetzt drehen wir den Spieß um. Diesmal fragen Sie nicht nach irgendeinem Anbieter, sondern ganz gezielt nach Ihrem eigenen Unternehmen.
Zum Beispiel:
„Was weißt du über die Firma [Ihr Firmenname] in [Ihr Ort]? Welche Leistungen bietet sie an und für welche Kunden ist sie besonders geeignet?“
Lesen Sie die Antwort aufmerksam durch. Erkennt ChatGPT Ihr Unternehmen überhaupt? Beschreibt es Ihre Leistungen richtig? Weiß es, worauf Sie spezialisiert sind?
Und vor allem: Entsteht ein Bild Ihres Unternehmens, bei dem Sie sagen würden: „Ja, genau das machen wir. Genau dafür stehen wir“?Vielleicht stellen Sie fest, dass wichtige Leistungen fehlen. Oder dass Ihr Unternehmen ziemlich allgemein beschrieben wird, obwohl Sie sich längst auf bestimmte Aufgaben spezialisiert haben.
Es kann sogar passieren, dass ChatGPT Informationen nennt, die nicht stimmen.
Das ist ärgerlich. Aber auch aufschlussreich. Denn nun wissen Sie zumindest, welches Bild dieses KI-System bei Ihrer Anfrage von Ihrem Unternehmen zeichnet.
Test 3: Was passiert, wenn Sie die Frage anders stellen?
Jetzt wird es besonders interessant. Gehen Sie noch einmal zu Ihrer ersten Frage zurück. Aber formulieren Sie sie diesmal etwas anders. Statt allgemein nach einem Malerbetrieb zu suchen, könnten Sie beispielsweise fragen:
„Welcher Malerbetrieb in Hamburg ist besonders gut für die sorgfältige Renovierung einer bewohnten Altbauwohnung geeignet?“
Sie können auch einen anderen Schwerpunkt setzen: persönliche Beratung, besondere Fachkenntnisse, Erfahrung mit bestimmten Aufgaben oder eine spezielle Zielgruppe.
Vergleichen Sie die neue Antwort mit der ersten.
Werden dieselben Unternehmen empfohlen? Kommen neue Namen hinzu? Verändert sich die Begründung? Vielleicht taucht Ihr Unternehmen jetzt plötzlich auf, obwohl es in der ersten Antwort nicht genannt wurde. Oder ein Mitbewerber wird empfohlen, weil er offenbar genau für diese besondere Aufgabe bekannt ist. Das zeigt Ihnen etwas Wichtiges: Es geht nicht nur darum, ob ChatGPT Ihren Firmennamen kennt. Entscheidend ist auch, bei welchen Fragen und Kundenwünschen Ihr Unternehmen als passende Antwort erscheint.
Und was machen Sie jetzt mit diesen Ergebnissen?
Vielleicht haben Sie bei allen drei Tests erfreuliche Antworten bekommen. Vielleicht haben Sie aber auch festgestellt, dass ChatGPT Ihr Unternehmen kaum kennt oder andere Anbieter empfiehlt. Dann ist die Versuchung groß, sofort etwas an der Webseite zu verändern. Davon würde ich zunächst abraten. Denn die drei Tests sind eine erste Momentaufnahme. Sie zeigen, was ein KI-System auf bestimmte Fragen antwortet. Sie erklären aber noch nicht zuverlässig, warum diese Antworten entstehen.
Dazu muss man genauer hinschauen.
Welche Informationen finden Besucher auf Ihrer Webseite? Wird deutlich, welche Leistungen Sie anbieten und für wen diese besonders geeignet sind? Gibt es widersprüchliche oder veraltete Angaben an anderen Stellen im Internet? Und manchmal liegt das Problem gar nicht an der Webseite allein.
Mein Rat: Ziehen Sie aus den ersten Antworten keine voreiligen Schlüsse. Nutzen Sie sie lieber als Anlass, Ihre Außendarstellung einmal mit den Augen eines potenziellen Kunden zu betrachten.
Denn am Ende geht es nicht darum, ChatGPT um jeden Preis dazu zu bringen, Ihren Firmennamen zu nennen. Es geht darum, dass Menschen, die nach Ihren Leistungen suchen, Ihr Unternehmen finden, verstehen und als möglichen Anbieter in Betracht ziehen können.
Sie möchten wissen, was das für Ihre eigene Webseite bedeutet?
Vielleicht haben Sie die Tests gerade ausprobiert und fragen sich jetzt, wie Sie die Ergebnisse einordnen sollen. Oder Sie haben schon länger das Gefühl, dass Ihre Webseite zwar vorhanden ist, aber nicht das für Ihr Unternehmen leistet, was Sie sich wünschen. Genau darüber können wir in meiner Webseiten-Sprechstunde sprechen.
Wir schauen gemeinsam auf Ihre Webseite, besprechen Ihre Fragen und überlegen, wo es sinnvoll ist, genauer hinzusehen. Dabei geht es nicht um möglichst viele technische Fachbegriffe oder darum, Ihnen sofort eine neue Webseite zu verkaufen.
Sondern um eine verständliche Einschätzung und konkrete Anregungen, mit denen Sie etwas anfangen können.
Vielleicht ist das der erste Schritt, damit Ihre Webseite künftig nicht nur im Internet steht, sondern Ihr Unternehmen auch überzeugend präsentiert – ganz gleich, ob jemand über Google, ChatGPT oder auf einem anderen Weg zu Ihnen findet.

Andreas Paersch
Er unterstützt Selbstständige und kleine Unternehmen dabei, online sichtbar und verständlich aufzutreten – ohne kompliziertes Fachchinesisch. Als Diplom-Betriebswirt, Marketingberater und Webseiten-Gestalter verbindet er langjährige Erfahrung aus Marketing, IT und Unternehmenspraxis mit einem klaren Blick für die Menschen hinter einem Angebot.
Sein Fokus liegt auf Webseiten, die Vertrauen schaffen, sowie auf Sichtbarkeit bei Google und in KI-Systemen wie ChatGPT. Kunden schätzen besonders seine ruhige, verständliche Art und die praxisnahen Lösungen.



